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netdynamic Rss

Offener Brief an Hosteurope

Posted on : 11-02-2009 | By : netdynamic | In : Allgemein

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Erst letzte Woche habe ich geschrieben wie toll mein Hoster Hosteurope ist, bei dem ich unter anderem netdynamic.de und hausaufgaben-blog.org hoste. Mit den letzten Ereignissen bin ich allerdings überhaupt nicht zufrieden. Ich will das nicht lange breit treten. Tatsache ist das es am Wochenende einen Hardware Defekt des Servers gab auf dem diese meine Projekte liegen. Erst nach insgesamt über 9 Stunden war das Problem, durch den Einbau einer neuen Festplatte, behoben, in den letzten Tagen gab es dann immer wieder kurze Server Ausfälle. Am Telefon konnte man mir angeblich nicht weiterhelfen und auch die Technik hat sich nach meiner Anfrage per E-Mail um die ein oder andere klare Aussage gedrückt. Inzwischen hat man anscheinend,  wenn auch viel zu spät, den Server gewechselt. Nachdem die letzten E-Mails aus meiner Sicht  immer unfreundlicher wurden habe ich mich zu einem offenen Brief an Hosteurope entschlossen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie kann es sein das man über einen mehrstündigen Ausfall nicht informiert wird? Wie kann es sein das ein Festplatten Austausch und das Aufspielen der Daten über 9 Stunden dauert? Wie kann es sein das trotz eines offensichtlich weiterhin vorhandenen Hardware Defekts erst nach Nachfrage meinerseits ein kompletter Serverwechsel stattfindet? Und wie kann es sein das dies erst nach 4 Tagen geschieht? Wie kann es sein das man von Ihrem Support offensichtlich falsch informiert wird? (Zitat aus einer E-Mail vom 11.2 “Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir bei einem kurzfristigen Ausfall nicht alle Kunden entsprechend per E-Mail informieren können, zumal diese E-Mail meistens erst nach der Reparatur des Servers empfangen werden könnte, da viele Kontaktadressen auf dem jeweiligen Server liegen.” – Ich kann mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen das Sie die Kundendaten lediglich auf dem gleichen Server speichern auf dem auch mein Webpack liegt.)

In Hinsicht auf die Downtimes von über 11 Stunden beantrage ich hiermit eine Kostenrückerstattung, da die von Ihnen versprochenen 99% Hardware Verfügbarkeit im vergangenen Monat nicht eingehalten werden konnten. Insgesamt konnte ich 11 Stunden und 19 Minuten Downtime des Servers auf dem auch mein Webpack liegt feststellen. Zumal ich anmerken muss das es bereits im Januar zu einem kurzen Ausfall kam. Damit überschreiten Sie eindeutig die 99%, die lediglich eine Downtime von 7,2 Stunden monatlich zulassen. Daher denke ich das eine 50 prozentige Rückzahlung meiner Kosten des laufenden Monats angebracht ist.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Schneekloth

Ich möchte zum Schluss noch anmerken das ich diesen Fall als unglücklichen Einzelfall ansehen und vorrerst weiterhin bei Hosteurope bleibe.

Tipps zum Führen von Interviews

Posted on : 01-12-2008 | By : netdynamic | In : Allgemein

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Ich habe eben per E-Mail eine Anfrage bekommen was man bei einem Interview denn beachten sollte und ich denke das Michael mit dieser Fragestellung sicherlich nicht alleine ist, daher möchte ich in diesem Artikel kurz ein paar Tipps zum Thema Interviews geben. Dabei beziehe ich mich erstmal auf Interviews für Blogs, denn Telefon bzw. Audio-Interviews sind, zumindest für mich, nochmal etwas ganz anderes.

(1.) Welcher Interviewpartner? Bevor man sich dazu entscheidet ein Interview zu führen sollte man sich darüber klar werden was man sich von diesem Interview erhofft und ob es für die Leser überhaupt interessant ist, was der Interviewpartner zu berichten hat.

(2.) Die Vorbereitung: Nachdem man sich einen Interviewpartner ausgewählt hat, hat man bereits eine grobe Vorgabe in welche Richtung das Interview gehen wird. Schließlich hat jeder sein Fachgebiet und kann nicht auf jede Frage eine schlaue Antwort geben. Wenn man sich also über die grobe Richtung klar geworden ist geht es ans Fragen sammeln, hier bietet es sich immer an den Interviewpartner zunächst zu seiner Arbeit zu befragen und dann beispielsweise auf aktuelle relevante Ereignisse einzugehen oder das Interview in eine vorher besprochene Richtung zu lenken in dem man bei einer Antwort nachhakt und den Interviewpartner so geschickt dazu bringt seine Meinung zu verdeutlichen. Hierbei gilt es Punkt 4 zu beachten.

(3.) Welche Software benutzen? Bisher habe ich alle (3) Interviews für netdynamic.de über die Chatsoftware von Skype geführt, Skype hat den Vorteil das es weit verbreitet ist und im Gegensatz zu ICQ beispielsweise nicht ständig abnippelt. Zudem hat man, bei einem Messenger, den Vorteil das man das Interview im nachhinein nicht komplett abtippen muss, sondern nur kurz die Namensanzeigen und Uhrzeiten entfernen muss.

(4.) Nicht steif sein: Man sollte in der Interviewführung flexibel sein. Soll heißen, dass man nicht einfachen seinen Fragenkatalog herunterratern sollte, sondern individuell auf die Antworten des Interviewpartners eigehen muss. Wenn der Interviewte die Antwort auf eine Frage bereits im vorraus beantwortet, sollte man auf diese Frage natürlich verzichten, wenn der Interviewte einen neuen, dir bisher unbekannten bzw. unberücksichtigten, Aspekt aufwirft, solltest du darauf eingehen und deine Fragen dementsprechend anpassen.

(5.) Der große Unterschied zwischen einem Interview per Messenger oder E-Mail und einem Audiointerview ist die Zeit, bei einem Messenger Interview hast du einfach mehr Zeit deine Fragen an die Antworten des Befragten anzupassen, genauso hat der Befragte mehr Zeit sich seine Antworten zu überlegen. Währenddessen muss man bei einem Telefon- bzw. Audiointerview, das ja in aller Regel ohne vorherige Abmachungen geführt wird, schnell denken und sich noch besser vorbereiten um blitzschnell zu schalten und seine Fragen anzupassen.

Ich hoffe ich konnte euch mit dieser kurzen Ausführung etwas weiterhelfen. Wer noch weitere Tipps hat kann sich gerne bei mir melden, ich füge den Hinweis dann in den Beitrag ein.

Julian Tosun im Interview

Posted on : 27-10-2008 | By : netdynamic | In : Allgemein

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Bereits am Wochenende habe ich Julian Tosun von grauezelle.net über seine Website, das Web 2.0 und Google interviewt.

Hi Julian,
nach dem ich mit Sören am Freitag ja einen echten alten Hasen interviewt habe, freue ich mich heute einen nicht minder erfolgreichen Jungspund in meinem Alter interviewen zu dürfen. Für alle die dich nicht kennen:
Du bist 17 Jahre alt besitzt deine eigene Firma und hast mit grauezelle.net eine ziemlich erfolgreiche Web 2.0 Rätselwebsite ins Leben gerufen!?

Ja genau das stimmt. Unser Business hat ja den Vorteil, dass es noch relativ neu ist und man auch jung eine Chance hat etwas zu erreichen. Ich kenne auch Webmaster die gerade mal 14 sind und enorme Ahnung in den verschiedensten Bereichen haben. Wir sind halt die Net Generation.

grauezelle.net, ich kann mich noch an das erste Design erinnern. Dagegen ist das jetzige ja geradezu wunderschön. Nur die Werbung ist etwas aufdringlich. Vielleicht möchtest du ja einmal ein bisschen auf dein Projekt eingehen und auch ein paar Zahlen nennen?

Es ist nun mal so, dass man im Alter von 17 Jahren keine Chance hat an Venture Capital zu kommen. Außerdem haben wir kein Produkt, dass wir verkaufen, ausser bald unser Rätselheft. Das heißt man muss schauen wo men bleibt und die Internetnutzer müssen einfach verstehen, bzw. verstehen auch was mir mehrere Tests bewiesen haben, dass Werbung die Internetangebote, die sie täglich nutzen finanzieren. Genauso, wie das im Tv auch ist.Was für Zahlen hättest du den gerne? Gibt ja ziemlich viele ;)

Die interessanten Zahlen natürlch, Wie viele Besucher habt ihr? Wie viele haben alle Rätsel geknackt und wie siehts mit den Einnahmen aus?

Wir haben ja links oben eine kleine Statistik. Momentan haben wir täglich ca. 2500 Besucher. Insgesamt waren das nun schon fast 300.000. Da sind natürlich Leute , die zweimal an zwei versch. Tagen, soweit es geht nicht mitgerechnet. Von denen haben momentan 28 alle Rätsel geknackt. ES kommt aber jeden Tag ein Neues. An der Spitze hat sich eine kleine Gruppe gebildet, die jeden Tag weiter macht.Wir planen aber ausserdem noch eine zweite Runde zustarten, die für die Neulinge sind, die zu spät kamen um vorne mitzumischen. Praktisch die Karten nochmal neu mischen Über meine Einnahmen spreche ich nicht so gerne bzw. gar nicht. Das ist m Internet sowieso sehr schwankend.

2500 Besucher hätte ich auch gerne täglich auf meinem Blog. Du hast am Anfang des Interviews kurz ein Rätselheft erwähnt das du mit deinem Team bald herausgeben möchtest, wie sehen denn da die Planungen aus?

Du vergisst, dass deine Besucher mehr “wert” sind. Das Rätselheft ist nun soweit fertig gestaltet. Ging vor ein paar Tagen an die Redaktion des Kelter Verlags heraus.Die schauen sich das nun an verfeinern das nun noch ein bisschen. Dann muss nur noch die Titelseite gestaltet werden und bald geht es in Druck.

Ich will mich jetzt nicht zulange daran aufhalten aber mich würde in diesem Bezug noch interessieren was für Rätsel in dem Buch zu finden sein werden, die gleichen wie auf eurer Internetseite oder neue? Und wo kann man das Buch denn dann später kaufen?

Sicherlich nicht die gleichen wie im Internet, wer würde dafür zahlen? Es besteht aber aus einer bestimmten Rätselart, die es i n normalen Rätselheften nicht gibt. Wir haben zwar Brückenrätsel und Anagramme, aber auch Texträtsel, die einen eine zeitlang mit Stift und Papier beschäftigen. Perfekt für Reisen.Die ganzen kaufmännischen Entscheidungen trifft der Verlag. Ich hoffe man wird es in jedem Supermarkt und jeder Tankstelle kaufen können.

Vieleicht magst du mir dann ja mal ein Exemplar zukommen lassen. Aber jetzt haben wir uns schon viel länger als geplant über grauezelle.net unterhalten. Daher würde ich jetzt hier gerne einen Übergang zum Thema Web 2.0 machen. Die gleiche Frage die ich Sören zu diesem Thema gestellt habe möchte ich auch gerne dir stellen: Wie definierst du den Begriff Web 2.0 für dich persönlich?

Wirst eins bekommen !
Meiner Meinung nach ist Web 2.0 einfach nur langweilig der User generated Content der SN, was aber auch schon in den Foren begonnen hat. Es sind zwar viele , ich sag mal, Internetphänomene mitdem Web 2.0 einher gegangen, aber Ich denke dass der Grundbegriff einfach darstellt, dass man nicht mehr auf eine Internetseite geht um Informationen zu bekommen in html Format, sondern, dass man sich gruppiert und austauscht.

Aber kann man nicht sagen das gerade im Web 2.0 die Nutzer auf Websites gehen um Informationen zu erhalten? Der Punkt ist eben das diese oft noch nicht da sind und erst erfragt werden, der Vorteil dabei ist doch ganz einfach das man eine auf seine Frage zugeschnittene Antwort bekommt.

Stimmt du hast recht ich hätte vll. noch das Verb stur hinzufügen sollen. Das User nicht mehr stur auf eine Internetseite gehen. Man könnte sagen das Web ist ein Stück menschlicher geworden.Man sieht viel öfter die Person, auch wenns meist nur ein Nick ist dahinter.

Du sagst das Internet ist persönlicher geworden. Während Web 2.0 ja vor allem das Mitmach-Web beschreibt, beschreibengerade die Begriffe Social Networking und Social Scoring eine noch persönlichere Ebene, auf der man nicht durch Nicknamen, sondern mit seinem richtigen Namen kommuniziert bzw. bewertet wird. Was denkst du speziell über solche Dienste und nutzt du solche Internetseiten?

Ich bin ein SN Junkie, mittlerweile angemeldet bei ,wkw, facebook, myspace, xing, linkedin, studi, schuelervz, netlog usw. Ich verwende wahrscheinlich zu viel Zeit dafür, aber es macht auch Spaß. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man auch reale Freundschafften pflegt, nur Internetbekanntschaften würden mich nicht beglücken. Aber zum Kontakte pflegen und zum kontaktieren von Gleichgesinnten, sowie Geschäftspartnern hat uns das Internet damit eine neue Möglichkeit gegeben.auch wenn das begrenzt ist. Ich habe noch von keinem richtig dickem Deal übers Internet gehört, wenn dann ist es eine Ausnahme. Face2Face hat bei sowas sicherlich Vorteile, aber für die Netzwerkpflege ist das für mich unersetzlich geworden.

Da kann ich mich nur anschließen, Social Networking per Internet ist für viele von uns unersetzlich geworden. Doch wie denkst du wird sich das Internet in den nächsten Jahren weiter entwickeln? Wie wird sozusagen das Web 3.0 aussehen? Werden anstatt Forenbeiträgen und Texte-mails demnächst Video- oder Audiobeiträge verfasst. Oder werden Dienste wie second life der nächste Hype?

Puhh damit überforderst du mich. Wie u schon mit deinem Blog sagst, das Internet ist dynamisch. ich kann für nichts garantieren. Wovon Ich nur sehr überzeugt bin ist, dass das Internet noch mobiler wird und durch Bilderkennungssoftware und Co. sich das mit der realen Welt immer mehr verbindet, aber bis dahin wird es sicher noch dauern. Außerdem könnte es in 5-10 Jahren wahrscheinlich keine DesktopPcs mehr zu kaufen geben, da alles im Internet gemacht wird.wie sich aber das Internetgeschäft die Websiten und Co entwickeln, mag ich aber nicht zu vermuten.
Der Begriff Web3.0 ist ja schon mit semantischem Web geprägt, dass heißt soviel wie eine noch größere Vernetzung. Es werden bei z.b. Fotodiensten erkannt, dass Fussball ein Spor ist und wenn man nach Sportbildern sucht kommen auch Fussballbilder, ohne das diese als Tag Sport angegebenen haben.

Da hast du natürlich Recht, auch wenn du keine Prognose über die Zukunft des Internets machen möchtest, würde mich doch deine Prognose für die Entwicklungvon Google in 5, 10 und 20 Jahren interessieren.

Auch eine ziemlich komplizierte Frage. Wie du schon erwähnt hattest. Ich bin noch jung, habe noch nicht soviel miterlebt, wie andere. Google wird denke Ich noch weiter wachsen, von dem Unternehmen und der Führung bin ich sehr überzeugt, die holen sich immer die besten Leute. Trotzdem hoffe ich nicht, dass es ein Monopol gibt. Bei eby zum beispiel denke Ich, dass die sich durch ihre komischen Änderungen einiges kaputt machen. Mal sehen, wie das da noch weiter geht. Google wird sicherlich probieren noch mehr in die Anwendungen des Nutzers zu kommen, wie z.B. durch vorhin genannte webpics/Laptops, die kaum über eigene Ressourcen verfügen.

Das wäre natürlich ein interessanter Ansatz: Google bringt Mobile Geräte auf den Markt die kaum Ressourcen haben und daher abhängig von Googles online Services sind … Ich denke das Google vor allem von dieser reinen Werbefinanzierung weg muss. Nach der IBM Zeit kam die Microsoft Zeit, jetzt ist bzw. wird Google der Marktplayer. Lassen wir uns also überraschen ob Google demnächst in der US-Regierung vertreten sein wird und wer zuerst den Mond bevölkert.

Hehe das ist ja das spannende und das hast du genial mit deinem Blog aufgefangen.

Das wars auch schon fast, möchtest du noch irgendetwas zum Abschluss sagen? Ansonsten bedanke ich mich an dieser Stelle schonmal für das Interview und das Rätselheft und wünsche dir weiterhin viel Erfolg im Internet.

Ich denke eher, dass Google noch mehr auf Werbing setzt. Mal ganz ehrlich, wer kauft den heute noch großartig viel Software, wo es soviel Freeware gibt und auch das kostenpflichtige im Internet frei verfügbar ist.Es wird wahrscheinlich ein Schritt sein mehr Werbung in Anwendungen einzubauen, von denen man sich freu kaufen kann. Ich bedanke mich auch für das Interview und finde du machst eine super Arbeit. Auch dir viel Erfolg

Sören Eisenschmidt im Interview

Posted on : 24-10-2008 | By : netdynamic | In : Allgemein

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Heute habe ich Sören alias eisy mal ein paar Fragen zum Thema Pingdienste und Web 2.0 gestellt:

Hi Sören,
super das ich heute ein kurzes Interview mit dir machen darf. Für alle die dich nicht kennen:
Du heißt Sören Eisenschmidt bist als eisy vor allem im Webmasterpark unterwegs, betreibst neben deinem privaten Blog eisy.eu auch eine eigene Firma. Du bietest da neben der Website und Content Erstellung auch Suchmaschinenoptimierung und Die Websitevermarktung an. Machst du das alles selber?

Hallo Alexander,

vor Interviews laufe ich ja eigentlich weg. Wenn man aber so nett gefragt wird, dann nehme ich mir die Zeit gerne. Korrekt, der Weblog eisy.eu ist mein rein privates Stück und schön weit von der Firma entfernt. Was die Firma angeht, mache ich nicht alle Dienstleistungen selbst, denn auch mein Tag besitzt nur 24 Stunden. Für den Text-Content ist bei mir in der Firma meine Geschäftspartnerin zuständig. Sie hat in diesem Bereich ein Studium abgeschlossen und kommt mit der deutschen Sprache ungewöhnlich gut zurecht. Mir selbst würde die Kreativität für diese Dienstleistung fehlen.

Im Bereich Suchmaschinenoptimierung, Webseitenoptimierung und Affiliate-Marketing mache ich allerdings alles selbst. Ich halte in diesem Bereich den Ball jedoch recht flach, erledige meine Aufgaben weitgehend im Hintergrund und genieße meine unbekannte Anwesenheit (die Du mir gerade versuchst zu nehmen). Außerdem haben wir seit Oktober 2008 eine festangestellte Webdesignerin. Wieder so eine Dienstleistung in der ich eine Null bin.

Also gibt es bei euch eine klare Aufgabentrennung. Du schreibst das deine Geschäftspartnerin studiert hat. Wie hast du dir dein Wissen angeeignet?Hast du eine Ausbildung gemacht oder zumindest mal ein Praktikum oder gilt bei dir learning by doing?

Wir trennen die Aufgabenbereiche soweit es nicht anders geht. Wenn etwas Einfaches im Bereich Texterstellung anliegt, übernehme ich diese Aufgabe auch mal. Nur durch das Studium im Bereich Schriftstellerei (mir fällt der Fachbegriff nicht ein) ist meine Geschäftspartnerin dafür natürlich hervorragend geeignet. Eine Ausbildung oder ein Praktikum habe ich nicht gemacht. Meine Zeit begann sehr seltsam, nämlich mit 13 Jahren. Endlich war AOL bei uns verfügbar und ich konnte ich an den ersten eigenen Gehversuchen mit Webseiten austoben. Ich sage dir, der Anschluss war zu dieser Zeit sehr kostenintensiv aber es hat sich gelohnt.

Richtig habe ich mich mit der Materie aber erst mit 15 Jahren auseinandergesetzt. Es gab noch nicht wirklich etwas zu diesen Themen zu lesen. Also musste man einfach selber rumprobieren und immer wieder Ewigkeiten auf Ergebnisse warten. Learning by doing steht bei mir bis heute auf der Tagesordnung. Ein Buch über Marketing, SEO oder allgemein über Internet sucht man in meinen Regalen vergeblich. Auch du wirst da keines finden. Ich denke aber nicht, dass ich durch die fehlenden Bücher oder ein nicht durchgeführtes Praktikum, irgendwas wichtiges verpasst habe.

“wichtiges” das drittletzte Wort, wird groß geschrieben. ;)

Ich wollte hier eigentlich nichts zensieren. :D
Mal gucken ob ich für dich eine Ausnahme mache.

lacht

Du hast oben ja bereits geschrieben das du dich hauptsächlich mit den Themen Suchmaschinenoptimierung und Anzeigenkampangen beschäftigst. Vor allem über das Thema Suchmaschinenoptimierung haben wir ja schon ab und an geredet. Zuletzt ging es dabei um deine Ansichten zur Nutzung von Pingdiensten und dessen direkte Auswirkungen auf die Google SERP’s

Die Ping-Dienste sind eine Sache für sich. Es ist sehr angenehm das Systeme wie Wordpress eine Pingfunktion integriert haben. Man liest im Netz auch viel Positives über diese Funktion. Jedoch wird häufig die negative Seite vergessen. Gerne nutzt man als Webmaster alle Hilfsmittel aus, um beispielsweise einen Weblog-Beitrag schneller in die Suchmaschinen zu bekommen. Google hat glücklicherweise die beliebte Blog-Search. Wenn man den Ping hinschickt, dauert es wenige Minuten bis der Beitrag erscheint. Weitere Minuten vergehen und der Beitrag ist auch im normalen Index von Google.

Betrachtet man die Standard-Ping-Dienste im Wordpress, wird man erkennen das die Google Blog-Search nicht eingetragen ist. Allerdings ist ein Ping-Dienst eingetragen, der den gesendeten Ping an viele weitere Dienste weiterleitet. Ein Ping-Verteiler sozusagen. Wer jetzt auf die schlauen Sprüche im Internet reagiert und möglichst viele Ping-Dienste im Wordpress hinterlegt, muss damit rechnen das er wegen – ich nenne es mal – „Ping-SPAM“ bald keine Vorteile mehr nutzen kann. Auch ich habe am Anfang mal sieben oder acht Adressen integriert. Es dauerte nur geschätzte zwei Wochen, dann konnte ich Beiträge in meinem Weblog schreiben wie ich wollte. Eine Aufnahme nach wenigen Minuten in den Index? Nein, dieser Luxus wurde mir wegen dem SPAM gesperrt. Nach ewigen Suchen wo das Problem liegt, habe ich die Ping-Dienste alle entfernt und nur die beiden Standard-Einträge gelassen. Ich musste knapp 6 Monate warten, dann funktionierte meine Aufnahme wieder sauber. Jetzt trage ich keine weiteren Dienste mehr ein und empfehle dies auch keinem anderen Webmaster. Selbstverständlich konnte es eine Ausnahme sein, nur testete ich es mit zwei weiteren Weblogs und kam wieder zum identischen Ergebnis.

Warum? Der bereits integrierte Ping-Verteiler sendet die Beiträge an verschiedene Ping-Empfänger und über diesen Weg landet der Ping auch bei Google. Wenn man den Ping zu Google noch selber schickt und vielleicht noch weitere Ping-Verteiler nervt, dann erhält Google den Ping mehrfach. So was lässt sich technisch natürlich sehr einfach nachvollziehen und kann durch die Sperrung des Absenders (dem eigenen Weblog) unterbunden werden. Ich hoffe ich konnte dir damit meine Ansicht zum Thema „Ping“ verständlich erläutern. Wie bereits geschildert, kann hier jeder Webmaster eigene Erfahrungen machen.

Sicherlich sollte jeder seine Erfahrungen selber machen, aber warum den selben Fehler wie die anderen machen. Ich für meinen Teil habe zwar wenige Informationen zu diesem Thema gefunden. Dennoch vertraue ich dir in diesem Punkt absolut und habe meine ach so tolle Liste von Pingdiensten gestern sofort auf lediglich 3 Pingdienste dezimiert. Und zwar den von wordblog, technorati und Google.
Und jetzt möchte ich kurz einen Abbruch machen und zu deinem Lieblingsthema, dem Web 2.0 kommen. Auch oder gerade weil du den Begriff Web 2.0 nicht magst würde mich interessieren wie du das Web 2.0 definierst. Und ob du neben Foren und Blogs auch bekannte Web 2.0 Plattformen wie Twitter oder Youtube regelmäßig nutzt.

Das du mir im Bezug auf die Pings vertraust, finde ich sehr nett und es freut mich, dass nicht immer die Mehrheit der Meinungen im Internet siegt. Weniger freut mich die Abschweifung zum Thema Web 2.0, doch man härtet in dieser Branche ab. Ich kann dir leider Web 2.0 nicht definieren, zumindest nicht so professionell und überzeugt wie vielleicht viele andere Webmaster. Der Begriff „Web 2.0“ ist für mich vergleichbar mit BSE und Vogelgrippe. Alle drei Begriffe sind gepushte Medien-Erscheinungen und hätten es durch deren Hilfe nie zu einer solchen Anhängerschafft gebracht. Doch das schöne an Web 2.0, BSE und Vogelgrippe ist die Tatsache, dass solche Exemplare recht zügig an Erwähnungwert verlieren und dann von der Bildfläche verschwinden.

Was sind Web 2.0 Plattformen? Xing? YiGG? YouTube? Sorry aber Portale zum Meinungsaustausch gab es schon vor Web 2.0. Natürlich ist es schön eine Plattform wie YiGG zu haben, nur ist das kein Web 2.0. User konnten bereits lange vor diesem Begriff an Webseiten teilnehmen. Nachrichten publizieren und Kommentare schreiben, Bilder und Videos hochladen. Das alles, und noch viel mehr, tangiert mich eigentlich nur peripher. Weiteres sind die Farben. Immer wieder spricht man von einem Design im Web 2.0 Format. Guten Morgen, Orange, Hellblau, Grün und andere Farben sind keine Neuentwicklung. Ich sehe gerade meine knalligen Orangen Fenster – ein Traum, solche Web 2.0 Aussichten. Nein um nochmals zum Ernst der Lage zu kommen. Dieser Begriff ist nur in die Welt geworfen, erfüllt keinen Sinn und verschiebt die Tatsache, dass sich das Internet von alleine immer weiterentwickelt. Es ist meine Meinung und ich weiß das diese Meinung bei vielen auf Kopfschütteln stößt, doch kann ich mich nicht an etwas anpassen, womit ich mich nicht identifizieren kann. Warten wir bis Ende 2009, dann spricht vom Web 2.0 kaum noch jemand. Denn auch jetzt hat der Rummel schon nachgelassen – eben wie BSE und die Vogelgrippe. Weil du Twitter ansprichst, ist dies das Micro-Blogging mit 120 Zeichen? Sehr schöne Erfindung, doch wer braucht das?

Ich war ja noch nicht dabei als der Begriff Web 2.0 2004 aufkam. Doch gab es bereits vor 2004 solche Massen an Mitmach-Plattformen und Portalen wie heute? Also könnte man das Web 2.0 vieleicht als Massennutzung vom Mitmach-Web ansehen?
Auch gehst du am Ende noch auf Twitter ein und stellst die Frage wer so etwas braucht. Ich hingegen stelle mir die Frage was Twitter überhaupt ist. Dank dir weiß ich jetzt das man ganze 120 Zeichen Text pro Eintrag verwenden kann, doch was bringt das? Aus unserer Sicht nichts und doch ist Twitter wie ich gerade bei Julian von deutscherwebmasterblog.de gelesen habe das am stärksten wachsende Social Networking Portal.
Wie erklärst du dir dieses starke Wachstum?

2004 gab es solche Plattformen zwar noch nicht – zumindest ist mir jetzt keine deutschsprachige Plattform dieser Art bekannt – aber das bedeutet nicht das etwas mit Web 2.0 zutun hat. In meinen Augen ist es eine ganz normale Entwicklung der Technologien. Außerdem lernen wir im Alltag immer mehr Neues, bilden uns daraus unsere eigenen Reime und werden kreativ. Das Umfeld lässt Ideen entstehen, die schlaue Köpfe zu erfolgreichen Projekten umsetzen – nicht der Begriff ist dafür verantwortlich. Web 2.0 kann „ich“ als gar nichts anderes ansehen, auch nicht als Massennutzung vom Mitmach-Web. Mitgemacht haben im Web wie halt schon vorher viele. Man darf nie vergessen, dass über die Jahre immer mehr Menschen ins Internet gegangen sind. Da ist es doch verständlich das auch immer mehr Menschen bei den neuen Möglichkeiten, die sich anbieten teilnehmen.

Bitte vertraue bei den 120 Zeichen im Bezug auf Twitter nicht meiner Antwort, es könnten auch 160 Zeichen etc. sein. Auf jeden Fall ist es ein komischer Dienst der mit nichts bringt. Viele haben das dringende Bedürfnis sich von jedem Ort, zu jedem Zeitpunkt, anderen Menschen mitzuteilen. Genau das machen glaube ich zig Personen über Twitter. Ich erkläre mir das starke Wachstum dieser „Social“-Plattformen durch die meist einfache Bedienung. Außerdem sind Plattformen wie YiGG kostenlos und das Wachstum ermöglicht die schnelle und unkomplizierte Verbreitung von Meinungen an eine möglichst große Leserschaft. Wo erreicht man solche Massen sonst, wenn nicht auf diesen Portalen? Kostenlos, schnell, unkompliziert und lohnenswert. Kombinierst du diese Begriffe, weißt du warum die Nutzung solcher Portale so enorm wächst.

Nur gilt auch Vorsicht, denn wo Meinungen schnell durch die Welt fliegen, verbreiten sich auch negative Darstellungen rasant. Zudem haben diese Projekte alle ein gemeinsames Problem. Entwickelt man sich weiter und macht dabei etwas falsch, sind die Nutzer im Eiltempo bei der Konkurrenz und die Zahlen sinken. Ich weiß das dieses Thema verdammt behaart ist, doch schau dir die Entwicklung von YiGG an. Sehr schöne Nutzerzahlen sind durch die Veränderungen verloren gegangen. Die Nutzung wurde in meinen Augen nur minimal komplizierter, aber man hat seine User über die Monate so verwöhnt, dass eine kompliziertere Nutzung für viele nicht akzeptabel war. Das i-Pünktchen war auch die Blog-Szene die schnell negativ berichtete und so viele „Mitläufer“ in ihren Bann zog. Vom Design auf YiGG möchte ich nicht reden, denn eine veränderte Optik mach ja bei Frauen das „Wegrennen“ verursachen, doch nicht bei einer Online-Plattform – außer sie wird total grausam.

Ausnahmsweise schiebe ich meinen Feierabend heute mal etwas zurück.

kann ich ja nichts für wenn du solche Romane schreibst. :D

Na ja, ich glaube nicht das du ein Standard-Interview möchtest.

Vieleicht braucht der Mensch für Entwicklungen die schwer zu beschreiben sind auch einfach einen Begriff. Und das ist eben in unserem Fall der Begriff Web 2.0.
Eigentlich wollte ich mit dir jetzt noch kurz auf den Social Hype eingehen. Aber irgendwie habe ich jetzt den Faden verloren und will dich nicht noch länger von deinem wohlverdienten Feierabend abhalten. Daher zum Abschluss noch zwei Fragen:
Wo siehst du das Web und wo siehst du Google in 5, in 10 und in 20 Jahren?

Eine themenbezogene Fortsetzung ist nie ausgeschlossen, daher besteht die Möglichkeit für die Thema „Social Hype“ natürlich immer. Meinen Feierabend hast du mir so oder so schon geraubt, denn Freitag bin ich eigentlich 13:00 Uhr verschwunden – Ironie bitte nie vergessen. Wo ich das Web in 5,10 und 20 Jahren sehe? Also in fünf Jahren und in zehn Jahren sehe ich das sicher noch auf meinem Bildschirm. In 20 Jahren haben wir vielleicht schon eine Brille auf und bekommen das Web auf die Gläser projektiert, ähnlich wie Piloten schon heute. Gut das schweift zu weit ab. Ich kann dir nicht sagen wie das Internet in so ferner Zukunft aussieht. In fünf Jahren wird sich wohl noch nicht so viel tun. Klar kommen neue Ideen online und es wird weitere Startups geben die Erfolge feiern, nur wie genau, sorry weiß ich nicht.

Google sehe ich als Suchmaschine in fünf Jahren noch ähnlich wie heute. In zehn Jahren vermute ich aber, dass wir den Schritt zum latent semantic indexing bereits geschafft haben. Dann funktioniert alles im Bereich SEO etwas anders und die Suche mit Google wird entweder einfacherer, oder schwerer. Wenn ich dann nach einem Spiegel suche, werde ich vielleicht auch Ergebnisse für Wandspiegel usw. bekommen. Heute bekomme ich ein Magazin. Viele weitere Suchbegriffe sind dabei ebenfalls betroffen. So was schätze ich wird es eben in Zukunft nicht mehr, oder nur sehr gering noch geben.

Google als komplexes Unternehmen mit zahlreichen kostenlosen Angeboten sehe ich aber in einer anderen Lage als heute. Meine Glaskugel sagt mir, dass die kostenlosen Angebote durch heute noch nicht vorhandene Konkurrenten überholt werden. Wir kennen die bedenklichen Artikel über den Datenschutz und wir wissen alle, wie abhängig man sich im Web in den letzten Jahren von diesem Unternehmen gemacht hat. Diese Abhängigkeit wird an Wert verlieren und sich irgendwo im Web verstreut aufteilen. Wer weiß, vielleicht schlägt schon Yahoo! mit dem neuen Analytics ein Buch auf, in das wir alle irgendwann unsere Unterschrift setzen werden. Ansonsten kann ich dir nicht viel sagen. Mein Beruf hat wenig mit einer Glaskugel zu tun. Ich würde sagen, wir lassen uns gemeinsam überraschen. Lernen wir einfach weiter und führen eigene Projekte zum Erfolg. Verdienen wir unsere Brötchen, ernähren unseren Familien und nehmen wir die Zukunft wie sie kommt.

Das ist doch ein schönes Schlusswort. Dann möchte ich jetzt auch gar nicht weiter nachhaken und das einfach mal so stehen lassen, auch wenn ich das etwas anders sehe. Aber seis drum. Möchtest du noch irgendetwas loswerden. Wenn du willst darfst du dir die letzte Frage selber stellen und auch gleich beantworten :D

Fragen selber stellen – Interview 3.6. Ich begebe mich jetzt in meinen „verdienten“ Feierabend und das damit verbundene Wochenende. Loswerden möchte ich nichts – abgesehen von meinem knurrenden Magen. In diesem Sinne wünsche ich Dir ein schönes Wochenende, bedanke mich für die nicht standardisierten Fragen und hoffe sehr, dass wenigstens ein paar Leser etwas aus dem Interview mitnehmen. Verfolgen werde ich eventuelle Diskussionen selbstverständlich und kommentiere auch gerne eintreffende, sachliche Fragestellungen. Vielen Dank Alexander!
puh… :D geschafft

An dieser Stelle nochmal ein Herzliches Dankeschön für deine Geduld und den geopferten Feierabend, wir wissen das sicherlich alle zu schätzen :D. Ein Dankeschön auch an alle Leser die unsere Ergüsse hier bis zum Ende ertragen haben.

Gedanken zur Verordnung zur Pflichtablieferung von Netzpublikationen

Posted on : 24-10-2008 | By : netdynamic | In : Allgemein

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Einige Gedanken zur Verordnung zur Pflichtablieferung von Netzpublikationen von Holger Lorenz.

Wenn man sich mal die ursprüngliche Idee der Katalogisierung von (materiellen) Veröffentlichungen anschaut dann war die gar nicht schlecht und die Archive sind aus historischer Sicht heute für viele Zwecke unersetzbar.

Allerdings galten damals drei miteinander verknüpfte Bedingungen:
1. Publizieren (besonders in Buchform) war hinreichend aufwändig und teuer, um einen gewissen Standard der Inhalte und eine Begrenztheit der Angebotstitel zu garantieren
2. Die materielle Form der Medien garantierte eine gewisse zeitliche Stabilität der Inhalte, d.h. das archivierte Buch veraltet relativ langsam. Die dynamischsten archivierten Medien dürften wohl bisher (historisch durchaus interessante) Tageszeitungen gewesen sein
3. Die potenziell interessierte Zielgruppe war für die Masse der Publikationen gross genug, um später auch ein hinreichendes Interesse an den archivierten Beständen erwarten zu können, also der erwartete Nutzen für spätere Generationen liess die Kosten gerechtfertigt erscheinen

Keine dieser drei Prämissen lässt sich auf “neue Medien” übertragen. Das Publizieren kostet praktisch nichts, weder Geld noch Mühe. Das schafft Vielfalt, manchmal auch Beliebigkeit und oft jede Menge Müll.
Die digitale Form ist geradezu eine Einladung zur Dynamik, Inhalte in Blogs und Foren veralten oft in Minuten und sind danach vollkommen uninteressant, für mich wie auch für meine Kinder und Enkel. Ausserdem ist die Zielgruppe vieler Publikationen schon jetzt so klein (ich wette es gibt hunderttausende von Websites die ausser dem Autor noch nie jemand besucht hat), dass sich auch zukünftig garantiert kein Schwein dafür interessieren wird. Hier ist der Aufwand in der Breite gigantisch, der Nutzen jedoch praktisch gleich Null.

Zusätzlich werden selbst die wenigen heute für eine Archivierung wirklich interessanten Inhalte dadurch sehr wahrscheinlich unbrauchbar und uninteressant, dass man versucht sie aus dem Web in ein statisches Format zu zwingen. Was soll eine Website als PDF wert sein, wenn dabei alle dynamischen Elemente (Links?) erstarren? Überhaupt lassen sich viele Projekte gar nicht isoliert wie ein Buch mit in sich geschlossener Handlung betrachten, sondern entfalten ihren Eindruck und ihre Bedeutung erst durch die Eingebundenheit in das web. Die meisten xing-Profile sind für sich genommen zum Beispiel total irrelevant, lediglich die Verknüpfungen der Seiten miteinander enthalten die eigentliche Information. Selbst wenn man die Bringepflicht mit brachialen Bussgeldern durchsetzt wird hinterher niemand ein solches verkrüppeltes Archiv nutzen wollen.

Ich kann mir diese Regelungswut nur so erklären, dass die DNB genau wie die “bisherigen Lieferanten” der Archivprodukte (also die klassischen Medien) um ihren zukünftigen Status in einer sich drastisch ändernden medialen Welt besorgt sind. In der Tat denke ich, dass die Bedeutung der Archivierung mit dem Rückgang statischer Medien (Einstellung von Zeitschriftentiteln etc.) zurückgehen wird – und man sich dementsprechend darauf einstellen muss, damit auch selbst an Bedeutung zu verlieren. Das ist nunmal so und das kann man auch per Gesetz nicht ändern. Wahrscheinlich ist die Idee des Sammelns und Sortierens aber so typisch deutsch, dass niemand von den Entscheidern wirklich glauben kann dass es auch ohne geht…

Ich hätte absolut kein Problem damit, wenn die DNB in ihrer bisherigen Form mit geringen Anpassungen weiterarbeitet (also neben realen Büchern zum Beispiel die Archivierung von statischen und einer materiellen Ausgabe vergleichbaren eBooks ab einer gewissen “Auflage” übernimmt). Alles was darüber hinausgeht ist jedoch von vornherein zum Scheitern verurteilt und gegenüber den Erschaffern der Inhalte weder in Bezug auf den Aufwand noch auf die angedrohten Strafen zu rechtfertigen. Ein solches “Archiv” nutzt allein dem Statuserhalt der DNB, sonst niemandem. Mir tun nur die sicher netten Mitarbeiter leid die das jetzt ausbaden müssen…

Danke für die Erlaubnis zur Veröffentlichung dieses Beitrags auf meinem Blog nochmal an Holger. Den Artikel findet Ihr übrigens auch im CD Forum.